Ich ergebe mich, das Fernsehen kommt…

Das Bild zeigt unsere Wohnung vor dem Minimalismus, als wir noch einen Fernseher hatten und alles bunt und ein wenig chaotisch war…

Genauer betrachtet besitzen wir Heute noch diese Dinge:

  • VW Bus in blau weiß
  • Die schwarzen Musikboxen
  • Die Glaskugel im orangen Regal
  • Die blaue große Tasse
  • Die blaue Decke auf dem Sofa
  • Und zu guter letzt, das hohe graue Gefäß im Fenster.
  • Alles Andere ist weg!

Seit über einem Jahr überlege ich einen Minimalismus-Blog zu eröffnen.

Ich habe viele Artikel geschrieben, aber irgendwie waren die Beiträge meiner Meinung nach entweder nicht gut genug, oder ich hatte keine Energie um viel Zeit darin zu investieren.

Perfektionismus und Selbstzweifel standen mir im Weg.

Wie soll ich diesen Blog nennen?

Immer wieder habe ich darüber nachgedacht und mit meinem Mann darüber gesprochen:

Kein perfekter Minimalismus“

Nimm´s leicht, nimm weniger“

„Weniger ist mehr

Stressfreier Minimalismus“ oder „Minimalismus stressfrei“

(Bäh, Stress soll doch wirklich nicht in meinem Blognamen erscheinen.)

Minimalismus ganz entspannt“

Die Entscheidung ist gefallen: „Minimalismus entspannt“

Jetzt ist plötzlich alles in eine Stromverschnellung gekommen.

Ich habe mich ganz spontan, ohne meinen Mann zu informieren, für einen Fernsehinterview beim ZDF beworben.

Ich dachte: „Ach, was das wird ja doch nichts.“

Trotzdem habe ich einen Bewerbungsbrief geschrieben. Zwei Tage später sind wir nach Mallorca geflogen. Da kam eine Anfrage vom ZDF, ob ich Zeit hätte mit ihnen zu skypen. Was für ein Schreck.

 

Da wurde es Zeit meinen Mann zu informieren:

Äääääh Schatz, übrigens ich muss Dir was erzählen…!“

Was hast Du angestellt?“

Ich habe mich für ein Fernsehinterview beim ZDF beworben über Minimalismus…und sie möchten mich kennen lernen. Ich habe Dir nichts erzählt, weil ich dachte das wird ja doch nichts…“

Mein Mann schaut mich mit großen ungläubigen Augen an…

„Du hast waaaaaaaaaaaaas gemacht? Wann soll das denn stattfinden?“

In der Woche nach unserem Urlaub…“

Wenn Du das wirklich machen möchtest, okay. Am Sonntag fliegen wir zurück, und dann sollte es am besten am Donnerstag oder Freitag stattfinden. Dann haben wir noch Zeit genug, um uns darauf einzustellen und vor allem sauber zu machen…“

 

Am nächsten Morgen findet das Skype-Interview statt.

Die Journalistin ist interessiert an unserem Leben. Sie sagt aber ganz deutlich, dass sie am gleichen Tag einen Experten, also Therapeuten/ Psychiater oder Konsumforscher, in Bremen finden muss.

Prima, wenn es nicht klappt, gar kein Problem!“

Können Sie am Montag?“

Aaaaaaah, Montag ist eigentlich gaaaaanz schlecht, schießt mir durch den Kopf!!!

Denn Sonntagabend fliegen wir erst zurück nach Bremen…

Geht es denn nicht später in der Woche?“

Nein, das geht leider nicht…“

Okay, Montag geht. Aber das wird ja sicher seeeeehr schwierig, einen Experten in Bremen zu finden, dann können Sie mir ja einfach absagen.“

 

Ich treffe meinen Mann beschwingt zum Frühstück.

„Es war ein richtig nettes Gespräch. Aber das wird auf keinen Fall etwas. Wie soll sie denn so auf die Schnelle einen Minimalismus-Experten in Bremen finden? Lass uns jetzt einfach die Sonne genießen und nicht mehr darüber nachdenken!“

Falls sie kommen sollten, wann wäre das dann?“

Äääääääh, Montag…“

 

Zwei Tage später sitzen wir in einem Internet Café. Eigentlich wollte ich nur kurz nachschauen, wie das Wetter am nächsten Tag werden sollte. Juchhe: Sonne…

Da fällt mein Blick auf den Posteingang, mir wird schlecht und ich werde ganz weiß:

Sie kommen am Montag, Journalistin, Kameramann und Tonfrau.

Ich bin sprachlos, was ein Wunder an sich ist.

Ich schiebe meinem Mann mit ängstlichem Blick die Mail zu.

Nein, mein Mann zeigt kein Mitleid, sondern lacht sich schief.

Ich: „Kannst DUUUU dann nicht das Interview machen??? Bitte???“

Quatsch, das hast Du Dir selbst eingebrockt!!! Willst Du absagen?“

Nein… ABER… ein Fernsehteam, iiihhhh, ich wollte NIE ins Fernsehen!!! Ich mache immer einen großen Bogen um Kameras und jetzt lassen wir die in unsere Wohnung!!!???“

Ja, aber Minimalismus ist Dir sehr wichtig. Komm, wir trinken erst einmal einen Schnaps und dann laufen wir eine Runde durch die Sonne, dann kannst Du Dich von dem Schock erholen.“

 

Habe ich schon erwähnt das wir seit 10 Jahren keinen Fernseher mehr besitzen? 

Und jetzt kommt das Fernsehen zu uns…

Könntest Du Dir vorstellen ein Kamerateam in Deine Wohnung zu lassen?

 

 

2 Gedanken zu “Ich ergebe mich, das Fernsehen kommt…

  1. Gabi Raeggel sagt:

    Hallo Maren, das ist wunderschön beschrieben. Von dem Vorher-Stress habe ich als Zuschauerin nichts mitbekommen und mich statt dessen wunderbar entspannt und mich an dem Beitrag erfreut. Es ist einfach immer wieder gut zu sehen, wie andere Menschen Minimalismus im Alltag umsetzen. Meinen eigenen Varianten kenne ich ja schon.

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