ES WAR EIN FEHLER, EIN ECHTER FEHLER

ES WAR EIN FEHLER, EIN ECHTER FEHLER

Ich weiß Heute nicht mehr wie ich auf diese irrsinnige Idee gekommen bin…

Okay, ich bin bereit vieles in meinem Leben zu verändern und Neues aus zu probieren.

Ich bin vom Bodensee in die Niederlande zum Studium gegangen, ohne viel darüber nach zu denken und dann nach Bremen.

Meine Entscheidungen treffe ich oft aus dem Bauch heraus und sobald sie getroffen sind, merke ich jedes Mal wie viel Durchsetzungsvermögen und Energie Veränderungen brauchen.

Ich gebe es zu, nach vielen Blogbeiträgen und Youtube Filmen, habe ich mich inspirieren lassen:

Minimalisten schwärmten davon, das ein Leben ohne Spülmaschine fantastisch ist.

Viele Minimalisten, erzählen von der Ruhe beim abwaschen und den schönen Gesprächen während der gemeinsamen Arbeit.

Eine Befreiung so zu sagen und sowieso viel schneller, wie erst einmal die Maschine ein zu räumen, an zu stellen und dann wieder aus zu räumen.

Die Arbeit der Wartung und der Anschaffungspreis kommen noch dazu.

Auch in meiner Arbeit als Musiktherapeutin auf einer Demenzstation höre ich immer wieder:

„Das ist aber schön das wir zusammen singen! Früher war es so Anders, da haben wir zusammen beim putzen, aufräumen und beim abwaschen zusammen gesungen! Das hat ganz viel Spaß gemacht!“

Da der nächste Umzug ganz sicher irgendwann wieder vor der Türe steht, habe ich meinen Mann überzeugt, das wir ein Leben so ganz ohne doch einmal ausprobieren könnten.

Joost war skeptisch.

Wir haben darüber nach gedacht (im Nachhinein nicht gut genug) und am Tag X haben wir froh gestimmt unsere Spülmaschine in den Keller verfrachtet.

Unsere Überlegung war, wie viel leichter würden unsere nächsten Umzüge werden mit noch einem Ding weniger!

Wir wussten, wenn sie in Handbereich ist, wird dieses Experiment nicht gelingen.

Wir dachten, okay wir haben nur noch wenig Geschirr.

Wir besitzen ein Mini Modell, eine halbe Spülmaschine, da wir gar nicht mehr genug Dinge hätten um ein „normales Modell“ voll zu bekommen… beim letzten Umzug war auch klar, das unser altes Modell nicht in diese Wohnung passen würde! Darum wurde die Alte verkauft und eine Neue gekauft…

Vielleicht wäre ein Leben so ganz ohne Spülmaschine etwas für uns. Dachten wir…

Total falsch gedacht.

Die ersten Tage waren prima.

Natürlich mussten wir erst einmal ein Trockengestell kaufen, uns war klar, das wir nicht abtrocknen würden.

Danach ging es Bergabwärts.

Wir merkten, das die Küche immer mehr voll stand mit dreckigem Geschirr (siehe Foto).

Irgendwie war uns die Lust am kochen vergangen.

Plötzlich waren Fertigpizzas wieder auf dem Menü und der Bestellservice stand immer öfters vor unserer Türe.

Alte einfache, ungesunde und schnelle Ernährungsformen hatten sich wieder in unser Alltagsleben geschlichen.

Irgendwann so nach DREI MONATEN (ohne Scherz, ich weiß nicht wie wir das so lange durch gehalten haben) merkten wir, das es nicht gesund für uns war so ein Leben ohne!

Wir merkten, das uns abwaschen, ganz im Gegensatz zu meinen Demenz erkrankten Patienten NIE UND NIMMER SPASS gemacht hat.

In unseren Familien war abwaschen ein ungeliebtes Geschehen.

Ein Pflichtakt ohne jeglichen Spaß oder Gemeinsamkeiten.

Wir erinnerten uns daran, wie glücklich wir waren als wir uns ENDLICH unsere erste Spülmaschine kaufen konnten.

Wir haben lange dafür gespart und dann war sie plötzlich da.

In ihrem weißen Glanz, stand sie prunkvoll in unserer offenen Wohnküche in den Niederlanden.

Das Geräusch ihrer Arbeitskraft war Musik in unseren Ohren.

Welch ein tolles Gefühl, nach dem Essen das Gerät an zu stellen und dann herrlich mit einem Kaffee auf unser Sofa zu plumpsen und nichts mehr zu tun…

Ich kann mich noch gut erinnern, das eine Freundin zu Besuch kam und ich sie ihr voller Stolz gezeigt habe.

Die Freundin hat ihre Augen verdreht und nur gesagt:

„Jetzt ehrlich, das wolltest Du mir zeigen: eine Spülmaschine?

Die hat doch Heute jeder! Wie kannst Du Dich nur so darüber freuen?“

Mit den Jahren wurde diese Maschine ein ganz normaler Haushaltsgegenstand über den wir nicht mehr nach gedacht und den wir auch nicht mehr auf Wert geschätzt haben!

In diesem Moment höre ich das leise rauschen und blubbern dieser wunderbaren Spülmaschine wieder im Hintergrund und habe Zeit an diesem Beitrag zu arbeiten!

Wir wertschätzen dieses Wunder der Haushaltshilfen wieder und freuen uns das wir sie besitzen!

Vielleicht denkst Du jetzt, was für faule Socken!

Ja, ich gebe es zu! Rundheraus und ehrlich!

Ich verwende meine Lebenszeit lieber für schönere Dinge als abwaschen!

Für wen spülen eine Freude ist, Gratulation!

Vielleicht ist es für Dich eine schöne entspannende Aktivität!

Fantastisch! Für uns nicht!

 

5 Gedanken zu “ES WAR EIN FEHLER, EIN ECHTER FEHLER

  1. Steffi sagt:

    Hihi, sehr schöner Beitrag, ich kann Dich sehr gut verstehen!

    Mein Partner und ich sind beide knapp 40 und haben in unseren eigenen Wohnungen noch nie eine Spülmaschine besessen. Unsere Küche (sehr klein, sehr minimalistisch) sieht ebenfalls meist so aus, wie auf Deinem Foto -.-. Wir hätten beide sehr gerne eine, die passt aber in die Küche unserer aktuellen Wohnung nicht hinein. Für mich macht sich gerade der Gedanke breit, dass wir in der zukünftigen Wohnung (die wir aktuell suchen) hoffentlich in den Genuss einer Spülmaschine kommen können und dann auch mehr Lust auf Kochen haben. Das macht hier nämlich mit 30cm (!) Arbeitsfläche ohne Spülmaschine definitiv überhaupt keinen Spaß.

    Lieben Gruß
    Steffi

    Gefällt 2 Personen

  2. Madeleine sagt:

    Liebe Maren, du bringst mich zum Schmunzeln! Die Überschrift deines Bloartikels hat mich neugierig gemacht. Nach dem Lesen weiß ich jetzt, dass ich mir auf keinen Fall eine Spülmaschine kaufen darf, denn, ich hatte noch nie eine. Wenn ich erst einmal in deren Genuß kommen würde, würde es mir gehen wie dir. Also für mich heißt das – lieber Finger weg 😉

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