EIN STINKNORMALES BADEZIMMER …

EIN STINKNORMALES BADEZIMMER …

unser Badezimmer, ist langweilig, klein, weiß, funktional, nichts Besonderes.

In einer Mietwohnung ohne schnick schnack.

Dusche, Toilette, Waschbecken, Heizung, Spiegel, Platz für eine Waschmaschine, das war s.

Diese Wohnung hat den Luxus von Schiebetüren vor der Dusche.

Sieht toll aus.

Natürlich nicht zu vergleichen, wie in Hochglanzmagazinen oder Werbebeilagen!

Aber schön und (wir dachten) praktisch!

Wir haben uns von der Duschvorhang ohne Hemmungen getrennt.

Endlich klebt sie nicht mehr an meinem Körper, super!

Ich kann mich über Kleinigkeiten freuen.

Dachte ich zu mindestens!

Bis ich merkte wie schnell die Schiebetüren dreckig aus sahen!

Ich erinnerte mich, das eine Freundin erzählte, das sie ihre Duschtüren immer direkt ab wischt.

Mir kam das komisch vor!

Ich dachte: „Na ja, die hat eben einen Putzfimmel!“

Heute weiß ich warum, sofort sieht man jeden Kalkfleck und es sieht einfach eklig aus!

Da wir nicht gerne putzen, entschlossen wir uns nach einem Jahr, die Duschtüren aus zu bauen und uns einen Duschvorhang zu kaufen.

Etwas blöd, die Teile in den Keller zu stellen und beim Umzug wieder ein zu bauen.

Aber das ist eine Kleinigkeit gegenüber unserer letzten Wohnung,

die ein schönes großes Badezimmer mit Badewanne hatte! (siehe Bild)

Wenn da nicht das große ABER gewesen wäre…

—–

In unserer letzten Wohnung, hörten wir drei Monate lang Umbau Lärm.

Wir waren erstaunt, es ging eindeutig über „normale“ Renovierungsarbeiten hinaus.

Wir sahen, das ein ganzes Badezimmer inklusive Badewanne, Toilette und einfach alles am Straßenrand zur Abholung bereit stand.

Wir wunderten uns!

Wir dachten: „Das kann doch nicht sein, hat der Vermieter ernstlich Geld in die Wohnung gesteckt!?“

Einige Zeit später lernten wir den neuen Mieter kennen.

Einen sehr netten Mann.

Gerade in Rente.

Frau vor einem Jahr an Krebs verstorben.

Er wünschte sich einen Neuanfang.

Das Haus in dem er mit seiner geliebten Frau gewohnt hatte, war ihm zu groß geworden, die Kinder waren ausgezogen und das Haus war zu belastet mit Erinnerungen an Krankheit und Tod.

Es war ihm auch einfach zu teuer geworden, jetzt da er von einer kleinen Rente leben musste.

Die Wohnung, war in einem tollen reichen Viertel.

Günstig für die fantastische Lage, an einem großen Park gelegen.

Mit Cafés und gemütlichen Restaurants in der Umgebung.

Ein Schnäppchen.

Das dachte er genauso, wie wir das bei unserem Einzug dachten.

Wir wussten damals noch nicht, das die Wohnung nicht heizbar war.

Wir Tausende Euros an Nachzahlungen hatten.

Das sich hinter unseren Möbeln Schimmel bildete.

Luxus, dachten wir,  das das Badezimmer beim Einzug schön neu gestrichen war, bis die schwarzen Flecken auf tauchten!

Das wir im Winter rund um die Uhr einen elektrischen Entfeuchter brauchen würden.

Das die Fenster im Winter pitschnass waren und jeden Morgen trocken gerieben werden mussten!

Und das natürlich NUR wir (genauso wie alle anderen Mieter) ganz einfach „FALSCH“ heizten und  „FALSCH“ lüfteten.

Das im Winter die Wäsche auf dem Dachboden gefror und im Sommer die Wohnung eine Sauna war, das wussten wir zuvor nicht!

Leider genauso wenig wie unser neuer Nachbar!

Er sagte:

„Ich habe richtig viel Geld in eine neue Küche und Badezimmer gesteckt!

Alles ist neu und sieht fantastisch aus!

Drei Monate habe ich gebraucht um alles Tipp Top zu machen.

Heute kann ich das ja noch körperlich!

Hier werde ich mein restliches Leben verbringen und die Wohnlage genießen!“

Uns rutschte das Herz in die Hose.

Es blieb uns nur übrig ihn herzlich Willkommen zu heißen!

Das wir in Kürze umziehen würden, um dem Schimmel und den extremen Nachzahlungen zu entfliehen, haben wir natürlich nicht gesagt!

Wir sind dankbar, das wir umziehen konnten.

Aber gleichzeitig traurig um alle die das nicht konnten!

Da umziehen ja eine teure Angelegenheit ist!

Allerdings konnten wir es uns nicht leisten zu bleiben!

Wir wollten nicht auf unseren Urlaub verzichten, wie andere Mieter, die wegen den Kosten schon jahrelang nicht mehr im Urlaub waren!

Da die Kaltmiete total in Ordnung war, wäre es finanziell kein Problem gewesen.

Aber bei den Nebenkosten wurde schlicht und einfach gelogen, das konnten wir nicht leisten!

Traurig aber wahr!

Wir wussten auch, das es uns zu viel Zeit, Nerven und Energie kosten würde gegen den Mietkonzern zu klagen!

Deswegen haben wir die Flucht ergriffen!

Unsere Gesundheit stand an erster Stelle!

Schimmel ist ganz einfach schrecklich!

Deswegen fühlt sich unsere neue Wohnung total nach Luxus an!

Wir genießen eine im Winter warme und im Sommer kühle Wohnung!

Wir sind super zufrieden mit einem Badezimmer, das einfach „nur“ funktioniert!

Wie kann ich nur darüber klagen, das eine Schiebetür eingebaut wurde?

Das ist klagen auf hohem Niveau!

Schimmel frei zu wohnen ist eine Erleichterung!

Habe ich schon gesagt, das wir unser Lüftungsverhalten NICHT verändert haben?

Komisch ist auch, das wir einfach die Heizung aufdrehen können und es warm wird!

Wir sind dankbar, das der Energieausweis für Mietwohnungen Heute Pflicht ist!

Nebenbei sind wir uns  auch bewusst, von dem Luxus in einem Land zu leben, in dem keimfreies Wasser einfach so aus dem Hahn kommt! 

 

2 Gedanken zu “EIN STINKNORMALES BADEZIMMER …

  1. Alexandra sagt:

    Ja, ich finde das so unglaublich, dass einem erstens ein schönes sauberes Bad präsentiert wird, dass sich dann als Flop erweist und dann noch den schwarzen Peter wegen Falschlüftung und Falschheizung bekommt. Wir kennen das auch. Wir haben hier Holzfenster von 1980, teilweise schon blind, die Dichtungen nicht ok, mehrmals angesprochen, es passiert nix. Das Holzfenster im Bad ist bei täglichem Duschen einfach nur noch verschimmelt. Vor unserem Einzug wurde es grob abgeschmirgelt und getränkt, sodass es schön aussah. Blöderweise haben wir auf einen Energiepass verzichtet, haben uns blenden lassen vom Vermieter. Nun haben wir endlich gekündigt, und wir „undankbaren Mieter“ werden nun mit dem A…. nicht mehr angeschaut. Ist uns aber egal. Jetzt gibt es ein trockenes Bad, eine überhaupt trockenere weniger zügige Wohnung. Die Vermieter denken, sie können damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, dass Miete auch dazu dient den Standard zu halten, daran denken sie nicht. Was wir allerdings gemerkt haben und ich finde der Wohnungsmarkt ist zum Teil, je nach Region natürlich echt ziemlich angespannt. Als Freiberufler erst recht, dass man nicht noch ein polizeiliches Führungszeugnis braucht, obwohl halt, dass habe ich auch schon in einer Anzeige gelesen, ist echt alles. Das geht bis zu Kontostand von der Bank quittiert etc. Welcher Freiberufler lässt soweit die Hosen runter. Was angeboten wird, ist teilweise unverschämt vom Zustand und dann wird einem noch erklärt wie toll die Wohnung ist. Was Du beschreibst mit dem älteren Mann und wenig Rente, das treibt mir fast die Tränen in die Augen, ich finde es unfassbar und zeigt wieder in was für einem kapitalistischen System wir leben. Es geht null um den Menschen, seine Gesundheit, es zählt nur Kohle, es kotzt mich so an, sorry, für die Deutlichkeit. Das musste jetzt mal raus, weil ich das sooo nachvollzeihen kann und ja wir können umziehen. Aber so ein Umzug kostet Zeit, Geld und ist echt auch teilweise eine körperliche Herausforderung. Auch wir ziehen irgendwie oft um. Ich bin froh, wenn es in einem Monat losgeht. Auch wir haben uns inzwischen unseren Hausstand deutlich verkleinert, das entspannt auf alle Fälle, somit weniger Kisten, weniger Miete, mehr Zeit für Wesentliches.

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