FANTASTISCH ETWAS IST KAPUTT…

FANTASTISCH ETWAS IST KAPUTT…

Es ist Feierabend.

Ich sitze auf unserem (improvisierten) Sofa, trinke in aller Ruhe eine Tasse Tee und lese gemütlich in meinem Buch.

„KNALL! BÄNG! KNALL“

Eine enorme Geräuschkulisse kommt aus der Küche.

Ich warte.

Kein Schmerzensgeschrei!

Also kein verletzter Ehemann!

Zum Glück!

Ich spitze meine Ohren.

Kein Fluchen!

Komisch!

Ich weiß GANZ sicher, das Einiges kaputt gegangen ist!

Früher wäre ich auf gesprungen und hätte nach geschaut was passiert ist.

Heute nicht mehr!

Da Niemand verletzt wurde, keine Hilfe verlangt wird, atme ich tief durch, lese einfach weiter und trinke meinen Tee!

Mein Mann kommt nicht einmal ins Wohnzimmer um mich über das „Verlorene“ zu informieren.

Seltsam wir sind Beide viel entspannter!

Es ist kein Drama, es sind nur Dinge, die kaputt sind!

Was soll´s!

Früher wäre ich vom Sofa aufgesprungen und hätte direkt wissen wollen was kaputt ist.

Ich wäre ins Internet gegangen um Ersatzartikel zu suchen.

Heute nicht mehr, ich bin mir sicher, das ich nichts kaufen werde.

Wir haben ganz sicher mehr wie genug!

Ich vergesse was passiert ist, entspanne mich.

Später gehe ich in die Küche, um nochmals Tee zu kochen.

Da sehe ich, sage und schreibe, drei Teller im Mülleimer!

Drei!

Ich denke nur: „Fantastisch! Beim nächsten Umzug brauche ich Euch nicht mehr ein zu packen! Nicht darüber nach zu denken, ob ich Euch noch brauche! Und vor allem ich brauche Euch nicht mehr zu schleppen!“

Dann denke ich: „Also wirklich! Ich bin doch echt seltsam geworden!“

Ich bin so weit entfernt von meinem alten Ich und das ist gut so!

Ich merke, wie ruhig es in mir geworden ist.

Ich mache mir keine (oder okay wenig) Sorgen, was Gäste über uns denken könnten.

Wir haben aus Erfahrung gelernt, das es irgendwie immer einen Weg gibt.

Nicht genug gleiche Teller?

Kein Problem!

Bekommt eben jeder einen anderen!

Nicht genug Gläser?

Trinken kann ich aus Bechern!

Auch Champagner!

2 Gedanken zu “FANTASTISCH ETWAS IST KAPUTT…

  1. Gabi Raeggel sagt:

    Hallo Maren, sehr schön und amüsant zu lesen. Also ich bin ja ausgewiesene Spezialistin in Teller etc. zerdeppern, konnte ich früher in den 80er und 90er Jahren bereits ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt war mir nicht klar, dass ich mich im Widerspruch befand: Einerseits „irgendwann muss MAN ja mal ordentliches Geschirr in ausreichender Menge haben“ und „nee, habe ich keinen Bock drauf“. Dieses MAN sollte, müsste, … habe ich auch minimalisiert. Das fühlt sich phantastisch an.

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