Joost (43) und ich, Maren (41) leben in Bremen.

Ich arbeite seit 2004 als Musiktherapeutin in der Psychiatrie, mein niederländischer Ehemann im Bioladen. Seit Mitte 2014 beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Minimalismus.

Innerhalb von drei Jahren sind wir drei Mal umgezogen, einmal von unserem niederländischen Haus (mit Dachboden und großem Schuppen) nach Bremen auf 90, dann auf 75 und jetzt in unsere 55 qm Wohnung , die uns zu groß geworden ist.

Durch die nicht ganz freiwilligen Umzüge wurde uns bewusst, wie belastend und vor allem schwer unser Besitz ist. Der erste Umzug war wegen meiner neuen Arbeitsstelle, der zweite wegen nächtlicher Lärmbelästigung, der dritte wegen Schimmel.

Da wir jedes Mal in kleinere Wohnungen gezogen sind, mussten wir uns mit viel Mühe, Herzschmerz und dem Gedanken „das brauchen wir vielleicht noch“ unserem Besitz stellen, weil es einfach nicht passte!

In der Anfangszeit viel uns auf, das viele Minimalisten ihre Dinge zählen und damit geradezu verbissen umgehen.

Eine Garderobe ist nur GUT, wenn sie 33 oder weniger Stücke beinhaltet.

Nur Menschen, die 100 Gegenstände oder weniger besitzen, dürfen sich Minimalisten nennen.

Ich kann Euch sagen, ich mag keine starren Regeln.

Beim Minimalismus geht es keinesfalls um die Anzahl des Besitzes.

Die Reduzierung der Dinge ist nur der Anfang.

Wir besitzen nur noch das, was uns glücklich macht oder nützlich ist.

Lustig ist, das Besitz, den wir vor einem Jahr als GANZ nützlich angesehen haben, Heute vielleicht weg ist… Minimalismus ist ein Prozess.  

Wir bewerten nicht, wer der „bessere“ Minimalist ist.

Da darf ein Bücherwurm so viele Bücher besitzen wie er liebt.

Genauso möchten wir leben, nicht bewerten, sondern inspirieren.

Wir gehen entspannt und mit Humor mit Minimalismus um. Es ist in Ordnung, dass wir nicht perfekt sind, das werden wir auch nie sein. Wir freuen uns über kleine Fortschritte und sind stolz auf das, was wir erreicht haben. Der gefühlsmäßig unüberwindbare Berg von Sachen ist verschwunden. Wir fühlen uns durch und durch erleichtert und dankbar, dass wir diesen Lebensstil leben.

Natürlich stoßen wir auf Unverständnis: „Das war doch alles teuer! Wie könnt ihr nur? Eure Wohnung wirkt kalt! Wie wäre es mit Gardinen? Was, ihr habt nur zwei Töpfe? Digitale Bücher/ Filme/ Musik sind mir zu unpersönlich! Nein, also so könnte ich auf keinen Fall leben!“

Alles prima, es ist ja unser Leben. Und wir erwarten von niemanden, so zu leben wie wir.

Mir ist es vor allem schwer gefallen Kleidung, Fotos, Tagebücher, Bücher und CDs los zu lassen.

Meinem Mann viel es schwerer Gesellschaftsspiele, Werkzeug und Ersatzteile zu reduzieren.

Schön ist, dass wir einander durch den gesamten Prozess unterstützt haben. Wir haben über den Anderen eher geschmunzelt, wenn ich Kleidung aufbewahren wollte, die mir nicht passte, oder mein Mann eine große Dose mit Fahrradklingeln.

Wir haben mit großer Überwindung unseren Besitz um 80 % reduziert, sparen Mietkosten, haben noch nie ein Auto besessen, machen Carsharing und fahren Fahrrad, haben seit Jahren keinen Fernseher mehr und jeweils 15 Kilo abgenommen.

Das Erstaunlichste ist, das wir nichts vermisst haben, okay, außer zwei Paar Badelatschen, da wir uns jetzt ein Sauna-Abonnement gönnen, und einer Fahrradklingel, die kaputt gegangen ist.

Wir sind beide sparsam aufgewachsen, nach dem Motto: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Geldes nicht wert!“ Das gleiche gilt für Besitz: „Das war doch teuer, das kann ich doch nicht weggeben.“

Dadurch haben wir Tausende Dinge aufbewahrt, weil vielleicht brauchen wir es ja noch.

Der Vorteil von Minimalismus ist für uns klar:

Wir gönnen uns bessere, langlebige Qualität, dafür einfach viel weniger.

Wir reisen nur noch mit Handgepäck.

Wir freuen uns über die Dinge, die wir haben.

Die Kreditkartenabrechnung ist super, ganz im Gegensatz zu früher.

Wir essen gesünder.

Wir können unser Handy finden (nein, wir besitzen keine Smartphones).

Ich arbeite weniger.

Wir brauchen weniger zu putzen und auf zu räumen und haben dafür mehr Zeit zum Leben.

 

In diesem Blog möchte ich Euch von unserem Leben erzählen.

Werde Bilder von unseren verschiedenen Wohnungen zeigen.

Von den Zweifeln der Anfangszeit berichten.

Lustige Erlebnisse erzählen.

Aber vor allem auch von der großen Erleichterung und der Einfachheit unseres Lebens berichten.